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Konditionierung – der Sinn dahinter?

Dekonditionierung Human Design Sinn Dekonditionierung

Artikel von Katharina Ernst

4. März 2022

Konditionierung im Human Design – was hat sie für uns zu bedeuten?

Ich möchte dir etwas unterstellen: Du wurdest in deinen ersten Lebensjahren stark konditioniert, so wie alle Menschen. Vieles kam vermutlich durch deine Familie oder dein direktes Umfeld, ohne eine negative Absicht dahinter. Konditionierung gehört also zu unserem Leben. Doch wir dürfen sie erkennen und uns ihr bewusst werden. Das Human Design unterstützt dich dabei die Konditionierung zu lösen und den höheren Sinn zu erkennen. So können wir den Dekonditionierungsprozess einleiten und uns wieder auf unseren wahren Kern besinnen, von dem wir abgekommen sind.

Die Aufgabe der Umgebung ist es nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren.

Maria Montessori

Was hat Montessori’s Aussage mit Human Design zu tun?

Im Human Design geht es vor allem darum, die eigenen Stärken, die wir für dieses Leben haben, zu nutzen. Meistens kommt es dann vor allem zu Beginn des Lebens zu Konditionierungen. Wir sind unseren Eltern zu lebhaft, interessieren uns für die falschen Themen oder kratzen an der Komfortzone unseres Umfeldes. Als Folge legen sich Glaubenssätze über unsere Stärken und wir leben diese nicht mehr aus dem vollen Potential heraus.

Wir kommen als perfekte Wesen in diese Welt. Mit dem perfekten Design, um die Aufgaben zu bewältigen, die wir uns vorgenommen haben.

Leider passieren dann zwei Dinge.

Zum einen werden Talente und Potentiale nicht gesehen oder anerkannt. Als Folge legen sich Glaubenssätze darüber und diese bilden sich nur bedingt aus.

Zum anderen denkt unser Umfeld, dass bestimmte Defizite von uns ausgeglichen werden müssten. Wir stecken viel Zeit in diesen Ausgleich der Defizite und vernachlässigen unsere Stärken. Als Folge denken wir, dass wir nicht gut genug sind.

Besonders bei der Unterscheidung zwischen Fähigkeiten und Lernbereichen bietet sich Human Design sehr an.

Kann Konditionierung auch positiv für uns sein?

Vor kurzem hat mich eine HD-kundige Freundin gefragt, wie es wohl ausgegangen wäre, wenn ich der kleinen Katharina hätte sagen können, dass sie gut ist, wie sie ist und dass sie viele tolle Fähigkeiten hat.

Ich habe kurz nachgedacht. Klar, dieser kleine Mensch in mir, hätte definitiv Zuspruch und mehr Klarheit über die eigenen Fähigkeiten und Kräfte gebrauchen können. Aber was ist, wenn ich mir auch diese Erfahrungen ausgesucht habe? Wohin haben mich diese Erfahrungen gebracht? Welche Sensibilität habe ich durch mein eigenes verletzt sein erlangt? 

Gerade mein Design ist sehr von Führung und in Teilen auch von Dominanz geprägt. Auf der anderen Seite gibt es Raum für Unsicherheit für meine Bedürfnisse und meinen Selbstwert. War es nicht wichtig, die Schattenseiten dieser Kraft kennen zu lernen? Da war eine Klassenlehrerin, die Kinder am Stuhl festgebunden hat, ein Religionslehrer, der offensiv Schüler mobbte und noch so einiges mehr. Mein Verhältnis zu Macht war lange sehr negativ. In einer therapeutischen Sitzung durfte ich damit arbeiten und habe erkannt, dass Macht eine der Urkräfte ist, die uns antreibt, tolle Dinge in die Welt zu bringen und später durfte ich bessere Leader kennen lernen.

Nun aber zurück zum Thema. Ist Konditionierung vielleicht sogar für uns selbst sinnvoll? Ich würde die Frage mit Ja beantworten. In dieser materiellen Welt habe ich viele Erfahrungen machen dürfen und wie so viele Generationen vor mir habe ich schwere Erfahrungen gemacht. Durch diese Erfahrungen habe ich Reife, Sensibilität und ein hohes Bewusstsein erlangt, sodass ich folglich meine Kraft immer sinnvoller einsetzen kann.

Der Dekonditionierungs-Prozess

Das alles soll nicht heißen, dass ich total für Konditionierung bin. Im Gegenteil, ich arbeite mit daran den Menschen zu helfen, die Konditionierung mit Human Design loszulassen und den Sinn hinter ihnen zu erkennen. So können sie sich aus konditionierenden Umfeldern befreien und haben neuen Raum um ihre Talente und ihre Lebensaufgaben zu entdecken.

Mir ist es wichtig, dass wir endlich aufhören die Umstände zu verfluchen und zu bedauern und anfangen sie als Schatzkiste für unseren Reifeprozess zu sehen. 

Eines Tages werde ich Mama sein und dann bin ich mir sicher, dass ich alles tun werde, um unser Kind so wenig wie möglich zu konditionieren. Auf der anderen Seite bin ich mir sicher, dass ein kleines Wesen zu uns kommen wird, das Jan-Waldo und mich erwählt hat, damit wir Geburtshelfer ganz besonderer Fähigkeiten sein dürfen und Teil des Konditionierungs- und Dekonditionierungsprozesses zu sein. 

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